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WinHex: Menü
Specialist-Tools

Verfügbar nur für Inhaber von Specialist- oder
forensischen Lizenzen.
Freien Speicher extrahieren:
Durchläuft das gegenwärtig geöffnete logische Laufwerk und sammelt alle unbenutzten
Cluster in einer von Ihnen anzugebenen Zieldatei. Nützlich um Daten-fragmente von vormals
existierenden Dateien, die nicht sicher gelöscht wurden, zu untersuchen. Nimmt keine
Änderungen am untersuchten Laufwerk vor. Die Zieldatei muß auf einem anderen Laufwerk
abgelegt werden.
Schlupfspeicher extrahieren: Sammelt
Schlupfspeicher (englisch "slack space", die unbenutzten Bytes im jeweils
letzten Cluster einer Clusterkette, hinter dem tatsächlichen Ende der Datei) in einer
Zieldatei. Jedem Vorkommen von Schlupfspeicher werden Zeilenumbrüche vorangestellt und
die Nummer des Clusters, in dem er gefunden wurde, als ASCII-Text. Ansonsten ähnlich wie
"Freien Speicher extrahieren". Funktioniert mit FAT12, FAT16, FAT32 und NTFS.
WinHex kann Schlupfspeicher von Dateien, die auf Dateisystemebene komprimiert oder
verschlüsselt sind, nicht erfassen.
Partitionslücken extrahieren: Erfaßt
die Speicherbereiche einer physischen Festplatte, die zu keiner Partition gehören, in
einer Zieldatei, zur schnellen Untersuchung, um herauszufinden, ob dort etwas versteckt
ist oder übrig geblieben von früheren Partitionierungen.
Text extrahieren: Erkennt Text anhand
der von Ihnen anzugebenden Parameter, erfaßt alle Vorkommnisse in einer Datei, auf einem
Datenträger oder innerhalb eines Speicherbereichs und schreibt diese in eine Datei. Diese
Art von Filter ist nützlich, um auszuwertende Datenmengen beträchtlich zu verringern,
wenn z. B. bei einer forensischen Computeranalyse Hinweise in Form von Text (wie E-Mails,
Dokumente) gesucht werden. Die Zieldatei kann leicht in benutzerdefinierte Größen
zerlegt werden. Diese Funktion kann auch auf Dateien mit gesammelten Schlupf- oder freiem
Speicher angewandt werden, oder auf beschädigte Dateien in einem proprietären Format,
die nicht mehr von der zugehörigen Applikation, wie MS Word, geöffnet werden können, um
zumindest unformatierten Text zu retten.
Parallele Suche: Diese Funktion läßt
Sie nach nach einer beinahe unbegrenzt langen Liste von Zeichenketten (Strings) oder
Hex-Werten (mit Präfix 0x anzugeben) gleichzeitig suchen. Je ein Suchbegriff pro Zeile.
Die Vorkommnisse können entweder im Positionsmanager archiviert werden oder in einer mit
Tabulator-Zeichen in Spalten aufgetrennten Textdatei, die in MS Excel oder einer Datenbank
weiterverarbeitet werden kann. WinHex speichert jeweils Offset, Suchwort, Name der
durchsuchten Datei/des durchsuchten Datenträgers und im Fall eines logischen Laufwerks
auch die Clusterzuordnung! (also den Namen und den Pfad der Datei, die an der Fundstelle
gespeichert ist)
Das heißt, forensische Ermittler können nun systematisch auf ganzen Festplatten in einem
einzigen Durchlauf nach Wörtern wie z. B. "Droge", "Kokain",
umgangssprachlichen Synonymen und Namen und Adressen von Rauschgifthändlern suchen. Bei
der Suche auf einem logischen Laufwerk schränkt das die Untersuchung auf eine Liste von
Dateien ein, auf die man sich konzentrieren kann. Wenn Sie WinHex die Fundstellen nicht
archivieren lassen, können Sie die F3-Taste benutzen, um die Suche fortzusetzen.
Laufwerksinhaltstabelle erstellen:
Erstellt einen "Katalog" aller existierender und/oder noch spurenweise zu
findender gelöschter Dateien und Verzeichnisse, mit benutzerkonfigurierten Informationen
wie Dateiattributen, allen verfügbaren Datums- und Zeitangaben, Größe, belegte Cluster,
Hash (Prüfsumme oder Digest), alternative Datenströme (ADS, welche versteckte Daten
enthalten, nur auf NTFS-Laufwerken) usw. Extrem nützlich, um den Inhalt eines
Datenträgers systematisch zu untersuchen. Erlaubt es auch, die Suche durch Angabe einer
Maske (wie *.jpg;*.gif) auf Dateien eines bestimmten Typs zu beschränken. Hash-Werte
können nur für existierende Dateien berechnet werden. Interne Systemdateien und
vollständige Clusterzuordnungs-Informationen werden für NTFS-Laufwerke nur gelistet,
wenn Sie auch gelöschte Dateien mit auflisten lassen. In der Spalte mit den zugeordneten
Cluster-Nummern finden Sie manchmal nur einen Sektor in der Master File Table aufgelistet
(in der kleine Dateien direkt gespeichert sind). Cluster, die einem alternativen
Datenstrom zugeordnet sind werden in dieser Spalte hinter dem ADS-Namen und einem
Doppelpunkt aufgelistet.
Die resultierende Tabelle kann von Datenbank-Software
oder MS Excel importiert und weiterverwendet werden. Das Sortieren nach Datum & Zeit
gibt einen guten Überblick darüber, wozu ein Datenträger zu welcher Zeit benutzt wurde.
Das NTFS-Attribut "verschlüsselt" könnte z. B. schnell die wichtigsten zu
untersuchenden Dateien bei einer forensischen Analyse enthüllen.
Verzeichnisinhaltstabelle erstellen:
Funktioniert wie "Laufwerksinhaltstabelle erstellen", wird aber nur auf ein vom
Benutzer ausgewähltes Verzeichnis und dessen Unterverzeichnisse angewandt.
Datenträger-Detailbericht: Zeigt
Informationen über den aktiven Datenträger bzw. die aktive Datei an und läßt Sie diese
kopieren, z. B. in einen Bericht den Sie anfertigen. Besonders ausführlich bei physischen
Festplatten, zu denen Details über jede Partition und allen keiner Partition zugeordneten
Speicherlücken aufgeführt werden.
Image als Datenträger interpretieren:
Behandelt eine geöffnete und aktive Image-Datei entweder als logisches Laufwerk oder
physischen Datenträger. Das ist nützlich, wenn Sie den Inhalt eines Disk-Image
untersuchen möchten, einzelne Dateien aus dem Dateisystem extrahieren möchten usw., ohne
das Image zurück auf einem Datenträger zurückzuspielen. Beim Interpretieren als
physischen Datenträger kann WinHex die im Image enthaltenen Partitionen öffnen wie von
einer "echten" physischen Festplatte.
WinHex kann sogar dateiübergreifende Images interpretieren, also Image-Dateien, die aus
einzel-nen Segmented beliebiger Größe bestehen (sog. "spanned image files").
Damit WinHex ein dateiübergreifendes Image erkennt, darf das erste Segment einen
beliebigen Namen und eine nicht-numerische Namenserweiterung oder die Namenserweiterung
".000" haben. Das zweite Segment muß denselben Basisdateinamen, aber die
Erweiterung ".001" haben, das dritte Segment ".002" usw. Das
Plattenklon-Programm X-Ways Replica für DOS ist imstande, Disk-Images in einer solchen
Segmentierung zu erzeugen. Das ist nützlich, da die maximal unterstützte Dateigröße
bei FAT16 und FAT32 bei 2 GB bzw. 4 GB liegt.
Bates-Numerierung: Versieht alle
Dateien innerhalb eines bestimmten Ordners und seiner Unterordner für die forensische
Verwendung mit einer Bates-Numerierung. Fügt ein bis zu 13 Zeichen langes konstantes
Präfix und eine eindeutige laufende Nummer zwischen Dateinamen und Dateinamenserweiterung
ein, ähnlich wie Anwälte Papierdokumente für spätere Bezugnahme kennzeichnen.
Sicherer Dateiexport: Auch:
"trusted download" (vertrauenswürdiges Überspielen von Daten). Löst ein
Sicherheitsproblem. Wenn als vertraulich oder geheim eingestuftes Material von einem
klassifizierten auf einen nicht-klassifizierten Datenträger übertragen wird, muß
sichergestellt sein, daß keine überschüssigen Informationen in einem Cluster- oder
Sektorüberhang ungewollt mit der eigentlichen Datei mitkopiert werden, da dieser sog.
Schlupfspeicher (s. o.) noch vertrauliches oder geheimes Material von einem früheren
Zeitpunkt enthalten kann, an dem er noch einer anderen Datei zugeordnet war. Dieser Befehl
kopiert die ausgewählte(n) Datei(en) nur in ihrer aktuellen tatsächlichen Größe, und
kein weiteres Byte mehr. Er kopiert nicht ganze Sektoren oder Cluster, wie es
konventionelle Kopierbefehle tun. Es können mehrere Dateien eines Ordners auf einmal
kopiert werden.
Freien Speicher/Schlupfspeicher hervorheben:
Zeigt Offsets und Daten in weicheren Farben an (hellblau bzw. grau). Hilft, diese
speziellen Laufwerksbereiche leicht zu erkennen. Funktioniert auf logischen FAT- und
NTFS-Laufwerken sowie auf FAT-Partitionen.
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